Das Internationale Anti-Caporalato NoCap Network von Yvan Sagnet

…benötigt Ihren Beitrag für den dringenden Kauf von Kleinbussen, die leihweise zur freien Benutzung an Farmen zur Verfügung gestellt werden, die die Arbeit der Arbeiter nach den entsprechenden gesetzlichen Kriterien regulieren und die nach strengen Kontrollen die Zertifizierung des Netzwerks erhalten haben, d.h. die Verleihung des Stempels “Ethical No Cap“.

Die Felder der landwirtschaftlichen Produktion sind oft isoliert und weit entfernt von bewohnten Zentren. Aus diesem Grund müssen die Arbeiter weite Strecken zurücklegen, um die Sammelstellen zu erreichen. Es gibt kein System zur Erleichterung des Transports von Landarbeitern auf dem Land, weder durch den öffentlichen Sektor noch durch die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe. Diese Situation hat zu einer Art Transportmonopol der Mafia in den landwirtschaftlichen Gebieten geführt.

So sind die schwächsten (nicht mit autonomen Transportmitteln ausgestatteten) Arbeiterinnen und Arbeiter auf improvisierte Transporteure mit riskanten Transportmitteln oder auf Caporalato angewiesen, die einen Teil der (ohnehin schon miserablen) Bezahlung der Landarbeiterinnen und Landarbeiter im Austausch für den Transport erpressen können. www.nocap.it


Diese Projekte werden aktuell von NoCap unterstützt und aufgebaut

Casa Sankara Ghetto Out…

…beherbergt derzeit etwa 350-500 Menschen, von denen die meisten der Mafia entkommen sind.

Das Projekt verwirklicht viele Initiativen für die soziale und berufliche Eingliederung von Migranten.

Nachdem ein Holzofen zur Herstellung von Brot und Pizza gebaut wurde, ist nun geplant, vor dem Ofen einen überdachten Gemeinschaftsraum zu bauen, in dem Bewohner und Gäste die zubereiteten Speisen zu sich nehmen und beisammen sitzen können.

Weitere Vorhaben sind ein Rundfunksender als Informationsquelle speziell für Migrant*innen, eine Schneiderei, eine internationale Bibliothek, die Ausstattung eines großen Gemeinschaftszeltes mit Großküche und Sitzmöbeln sowie die Ausstattung der gemeinsam benutzten Kirche bzw. Moschee.

https://www.facebook.com/casasankaraghettout/

Thomas Sankara hat mit einem Aufstand Burkina Faso von der Sklaverei befreit. Später wurde er Präsident und fiel einem Mord zum Opfer. Seitdem ist er Vorbild und Nationalheld
Papa Latyr Faye (Hervé) zeigt das riesige Tomatenfeld
Schneidermeister Fadel Sow ist stolz auf seine Kleidungsstücke
Der Brot- und Pizzabackofen ist der soziale Mittelpunkt

Casa Betania…

bietet spezialisierte landwirtschaftliche Ausbildung mit Hilfe von Feldversuchen. Das Projekt basiert auf interaktivem Lernen, das von der Vorbereitung des Bodens bis zum fertigen Produkt Lebensmittel reicht. Philosophie ist, die Natur zu schützen, die Ethik zu bewahren und den Menschen Würde zu geben.

Die geplanten Feldfrüchte sind eine Mischung aus solchen afrikanischen Ursprungs wie Okra und regionalen wie z.B. Feigen. Aus der Marktforschung weiß man, dass dies gefragte Produkte sind, die es dem Projekt ermöglichen würden, schnell wirtschaftliche Autonomie zu erlangen. Mitarbeiter eines solchen Projekts würden sich professionelles und spezialisiertes Fachwissen aneignen und damit eine bessere Integration erreichen. Das Projekt kann auch von Migranten aktiv unterstützt werden.

die neuen Bewohner
Moudy in seinem Versuchsgarten

AgricoLa Leggera…

…schafft soziale und ökologische Gerechtigkeit. Permakultur für Migranten. Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen und beruflichen Integration von Migranten und Landwirten.

In Miglionico, in der Nähe von Matera, schafft der Bio-Bauer Vito Castoro ein neues menschliches, nachhaltiges und realistisches Modell des Wohnens und der Selbstversorgung für Einheimische und Migrant*innen. Durch Ankauf von Land, Bau von Lehm/Stroh-Häusern und Anbau landwirtschaftlicher Produkte ohne chemische Düngemittel oder Herbizide, ohne Ausbeutung des Bodens baut er die “Nahrung des Aufstands an, um uns von der Ausbeutung und dem großen organisierten Handel unabhängig zu machen”. https://www.facebook.com/agricolaleggera

die Landschaft ist schwierig zu bearbeiten
Vito zeigt uns sein Timilia-Vollkornmehl, das alte italienische Urgetreide


Spartacus…

…ist das neueste Projekt in der berüchtigten Mafiaregion um Rosarno, das durch Verfolgung von Migranten bekannt wurde. Gerade dort will Spartacus, unterstützt durch die italienische Fairtrade-Kooperative Chicomendes Landwirte gewinnen, für höhere Preise nur noch ethische Lebensmittel zu erzeugen. Hier sind es vor allem Zitrusfrüchte in großen Plantagen.

https://www.chicomendes.it/progetto-spartacus/

Die ersten Orangen werden geerntet.
Bei Rosarno im Dezember 2020

Es werden noch viele weitere Projekte geschaffen – wenn es gelingt, den Absatz von ethischem Obst und Gemüse in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu vergrößern. Hier sind sowohl der Handel, als auch die Verbraucher in der Verantwortung.