Spartacus
Spartacus…
…ist das neueste Projekt in der berüchtigten Mafiaregion um Rosarno, das durch Verfolgung von Migranten bekannt wurde. Gerade dort will Spartacus, unterstützt durch die italienische Fairtrade-Kooperative ChicoMendes Landwirte gewinnen, für höhere Preise nur noch ethische Lebensmittel zu erzeugen. Hier sind es vor allem Zitrusfrüchte in großen Plantagen.


Bei Rosarno im Dezember 2020
Wir freuen uns…
Sept. 2026
Mit Hilfe unserer Spenden konnte Spartacus zusammen mit Africaworld den schwer traumatisierten Seeady (links) aus Tendopoli holen und in einer Nachbargemeinde psychologisch und juristisch betreut in einer möblierten Wohnung unterbringen. Jacob hat sich um seine Aufenthaltspapiere und seine Anträge gekümmert. Vor wenigen Tagen hat Seeady nun sein wichtiges Dokument bekommen. Er ist jetzt nicht mehr „illegal“. Jetzt muss er 7 Jahre einen Wohnsitz und ununterbrochene Arbeitsverhältnisse nachweisen, um dauerhaft in Italien bleiben zu können. Eine schwere Aufgabe für einen Migranten. Er kann mittlerweile leichter Feldarbeit nachgehen, um zumindest teilweise zu seinem Lebensunterhalt beizutragen.

Die Zeltstadt Tendopoli wurde geräumt
01.08.2026
Es war eines der schlimmsten Ghettos, das saisonal mit bis zu 500 Afrikanern „bewohnt“ war. Es wurde schon vor 2 Jahren von der Regierung aufgegeben und sich selbst überlassen. Keine Sanitärcontainer, keine Medizinversorgung, keine Abfallentsorgung. Selbst der vom Papst gespendete Sanitärcontainer war nach ein paar Wochen nicht mehr nutzbar. Dieses Lager war vor allem ein Sammelbecken für diejenigen, die krank, verletzt und traumatisiert ihr Leben nicht mehr meistern konnten. Tuberkulose und wegen schrecklicher hygienischer Zustände nicht mehr heilende Verletzungen waren an der Tagesordnung. Ärzte ohne Grenzen und Caritas waren ohne staatliche Unterstützung auf verlorenem Posten. Bei jedem unserer Besuche im Lager waren wir hautnah mit Verzweiflung und Agression konfrontiert.
Ende Juli hat die Stadt San Ferdinando das Lager zwei Tage vor dem angekündigten Termin mit Planierraupen völlig zerstört aber nicht entsorgt. Der Bürgermeister hatte uns bei unseren letzten Besuchen versprochen, die Bewohner in eine soziale Wohnanlage mit angeschlossener Landwirtschaft umzusiedeln. Kenner der Lage sagen, dass die Anlage in kürzester Zeit wieder verwahrlost sein wird, weil es an Struktur für die Betreuung fehlt und weil von Integration weit abseits der Stadt keine Rede sein kann.

Spartacus – ein ganz besonderes Hilfspojekt
Ein Bericht von Gianantonio Ricci – Stand 2026
Hallo Christiane, Karl und alle solidarischen Freund*innen,
ich hoffe, es geht euch allen gut! Ich schreibe euch, um eine Bestandsaufnahme unseres Projekts zu machen und zu sehen, ob wir es irgendwie schaffen, neue Kooperationen zu aktivieren…
Lest bitte den ganzen Bericht im PDF…

Ghetto Tendopoli in San Ferdinando bei Rosarno
Das Zelt-Camp brannte im Januar 2018 vollständig ab. Dabei kam die 26-jährige Becky Moses aus Nigeria ums Leben. Unser Freund Barnabe hat überlebt und hat uns dieses Foto geschickt.

San Ferdinando im November 2022
Das Ghetto Tendopolis ist schon einmal völlig abgebrannt. Das Innenministerium hat kurzerhand 300m weiter neue Zelte aufgestellt. Inzwischen ist das Lager wieder auf 300 bis 500 Bewohner je nach Erntesaison angewachsen. Die sanitären Anlagen waren im Februar 23 nicht nutzbar, weil die Kanalisation hoffnungslos verstopft war. Gleich neben den Zelten sind in wenigen Wochen wieder Plastikplanen-Behausungen entstanden.
Wir haben Gainantonio Ricci begleitet, als er wieder einigen Bewohnern Arbeitsveträge ausgehändigt hat und ihnen eine menschenwürdige Unterkunft zusagen konnte.


PCs für Migrant*innen und Helfer
Am 29. Mai 2023 haben wir zum wiederholten Mal das Ghetto Tendopolis in San Fedinando bei Rosarno besucht. Die Stiftung Meaalofa (München) hat ausgesonderte PCs gesammelt, mit dem Betriebssystem Ubuntu, Officeprogrammen und jeder Menge Lerninhalten für die Geflüchteten ausgestattet. Wir haben 4 Geräte geliefert und im Container der Caritas eine kurze Einführung gegeben. Bei Bedarf werden wir weitere Geräte bringen. In den Ghettos sind immer wieder Bewohner zu finden, die mit Technik und Software sehr gut umgehen können und die PCs zur Unterstützung der Integration, zum Erlernen der Sprachen und zur Kommunikation mit der Heimat nutzen. Es fehlt an Allem: Das Schulhäuschen im Hintergrund hat immer noch weder Strom noch Internetzugang. Verbesserungen dauern ewig.
Nicht zu übersehen waren bei einigen Bewohnern deutliche Anzeichen von Traumatisierung durch ihre Fluchterlebnisse und Lebensumstände, die sich durch agressives Verhalten äußern.
